Projekte in Russland

  • HEILPÄDAGOGISCHES ZENTRUM FÜR KINDER MIT BEHINDERUNG
    und WERKSTATT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

    Pskow

    Die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Pskow (Russland) ist ein sehr vielseitiges Projekt. Sie gehört zum Heilpädagogischen Zentrum (HPZ), das Anfang der 1990er Jahre gegründet wurde und seitdem in seinen Möglichkeiten und Aufgaben gewachsen ist. In den verschiedenen Arbeitsbereichen kann der Freiwillige seine eigenen Fähigkeiten einsetzen und mit vielen verschiedenen Menschen mit verschiedenen Graden an Behinderung arbeiten. Das Projekt und das Freiwilligenhäuschen liegen etwas außerhalb des Stadtzentrums und so ist man morgens auf kurzem Weg bei der Arbeit.

    In den Produktionsabteilungen arbeitet der Freiwillige selbst mit, übernimmt kompliziertere Arbeitsschritte und gibt bei Bedarf Hilfestellungen. Außerdem gibt es noch eine Förder- und Pflegeabteilung. Dort begleitet der Freiwillige die Schützlinge durch das Tagesprogramm und unterstützt die Erzieher. Das bedeutet morgens und nachmittags beim Umziehen in die Straßenkleidung helfen, gegebenenfalls beim Essen unterstützen und ansonsten vor allem für die Schützlinge da sein, mit ihnen spielen, malen, spazieren gehen, tanzen und reden, oder auch einfach Zeit miteinander verbringen.

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    „Die Werkstatt, in der ich arbeite, bietet Menschen mit Behinderung eine Möglichkeit, montags bis freitags von 9:00 bis 15:00 oder 16:00 Uhr in verschiedenen Arbeitsabteilungen zu arbeiten und ist, nach deutschem Vorbild, an die Bedürfnisse der Mitarbeiter angepasst. Aber auch für Menschen mit einer Behinderung, die sie soweit einschränkt, dass sie nicht arbeiten können, wird hier gesorgt. In der Pflegeabteilung für die Schwer‐ und Mehrfachbehinderten liegt der Schwerpunkt darauf, die Menschen in ihrem Rahmen zu fordern und ihnen Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Das alles macht sie übrigens zu einer ausgesprochenen Seltenheit in Russland. […] Hier in der Näherei beginne ich um 9:00 Uhr morgens meinen Arbeitstag und nähe Stoffblumen, die als Ansteckblumen im Werkstattladen verkauft werden sollen. Ich schneide Blütenblätter aus, flamme die Ränder ab und nähe diese zu Blüten zusammen. Beim Zusammennähen hilft mir seit einigen Wochen eine Mitarbeiterin, für die aber das Herstellen der Blütenblätter zu anspruchsvoll ist, da es eine gewisse Feinmotorik und Beweglichkeit des Handgelenks erfordert.“

    Viktoria Riedel, Russland

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  • PERSPEKTIVY

    St. Petersburg

    Perspektivy ist eine Wohn- und Betreuungseinrichtung für Kinder und Erwachsene mit körperlicher und/ oder geistiger Behinderung. Der gemeinnützige Verein wurde vor 17 Jahren gegründet. Zu dem Projekt gehören Wohnheime für Kinder und Erwachsene, sowie eine Schule für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungsformen. Die Freiwilligen unterstützen das pädagogische Personal im Wohnheim von Perspektivy.

    Im Rahmen des Förderprogramms sieht Perspektivy auch die Auklärungs- und Beratungsarbeit als eine wesentliche Aufgabe.

    Weitere Informationen

    Ein Video zum Projekt findest Du hier!

    „Mein Tagesablauf im PNI (Psycho-Neurologisches Internat) sieht eigentlich immer recht gleich aus. Ich komme morgens hoch auf die Station und sage jedem Schützling Hallo und frage ihn, wie es geht ihm geht. Weil die meisten meiner Schützlinge nicht reden können oder nur ganz wenig reden, sind das morgens oft die einzigen Worte, die ich mit ihnen wechseln kann. Nur mit zwei Schützlingen in meinem Zimmer rede ich recht viel. Sie wollen morgens oft etwas von mir, wie z. B. mit mir Tee trinken oder spazieren gehen. […] Zwar passiert immer mal wieder etwas Unerwartetes oder der Ablauf wird wegen einer Versammlung der Perspektivymitarbeiter unterbrochen. Doch es ist eben auch mal schön, wenn man einen Ausflug oder etwas Ähnliches unternehmen kann, so war ich mit einem meiner Schützlinge vor ein paar Wochen im Lager. Das ist eine einwöchige Ferienfreizeit, bei der die Schützlinge mal so etwas wie Urlaub haben und aus dem PNI rauskommen. Es war ein tolles Erlebnis, die Schützlinge rundum die Uhr um sich zu haben, mal zusammen ihnen zu essen und sie aufblühen zu sehen, weil sie nicht in der Enge und der Hektik des PNIs sind. Es war auch sehr anstrengend, doch für mich haben die schönen Momente überwogen und es ist dann auch egal, wenn man aus dem Lager erschöpft wieder kommt.“

    Jan Erismann, Russland

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